Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends

Tabakkonsum Schweiz: Statistiken 2022 zu Zigaretten pro Tag, Trends beim Rauchen, Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Bildung. Jetzt informieren & Gesundheit schützen.

21. April 2026 5 Minuten

Tabakkonsum in der Schweiz 2022: Aktuelle Entwicklung

Einordnung und Relevanz der aktuellen Tabakkonsum-Zahlen

TL;DR: 2022 rauchten knapp ein Viertel der Bevölkerung in der Schweiz, der Konsum sinkt jedoch weiterhin. Statistisch belegt: Die durchschnittlich konsumierte Menge sinkt – nicht aber die Risiken für Einzelne.

Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends
Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends

Das Rauchverhalten der Schweizer Bevölkerung ist ein bedeutender Gesundheitsindikator – und spiegelt weit mehr als eine individuelle Lebensgewohnheit. Statistiken des Bundesamts für Statistik zeigen, dass 24 % der Personen ab 15 Jahren zu den Rauchenden zählen. Auch wenn der Anteil rückläufig ist, markiert dies weiterhin eine relevante gesellschaftliche Herausforderung.

Im Jahr 2022 lag der tägliche Zigarettenkonsum bei 8,7 pro Kopf der Rauchenden. Betrachtet man die Entwicklung seit 1992, ist ein bemerkenswerter Rückgang zu beobachten: Von durchschnittlich 15,3 auf heute 8,7 Zigaretten pro Tag. Dieser Trend ist Ausdruck einer verstärkten gesundheitlichen Aufklärung und veränderter gesellschaftlicher Normen.

Die Intensität des Tabakkonsums variiert stark. Während der Anteil an Vielrauchenden (mindestens 20 Zigaretten täglich) auf unter 20 % gesunken ist, bleibt selbst gelegentliches Rauchen gemäß internationalen Studien ein relevantes Gesundheitsrisiko. Unterschiede existieren zudem zwischen Regionen, Geschlecht, Alterskohorten und Bildungshintergründen.

Zigarettenkonsum im Detail: Fakten und Hintergründe

Konsumstatistik, Trends und Daten

Der Rückgang der durchschnittlichen konsumierten Zigaretten pro Tag ist ein zentraler Trend der letzten drei Jahrzehnte. Im Schnitt rauchen Frauen 7,4, Männer hingegen 9,7 Zigaretten pro Tag. Die jüngeren Jahrgänge (15–24 Jahre) und Personen mit höherem Bildungsgrad greifen seltener zur Zigarette.

Markante Unterschiede bestehen darüber hinaus regional: Deutschschweizerinnen und -schweizer rauchen im Schnitt weniger als Einwohner aus anderen Sprachregionen. Kantone mit den niedrigsten Werten liegen bei etwa 7 Zigaretten, Spitzenwerte bei rund 10.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der BFS-Statistik: Der Anteil der Raucherinnen und Raucher, die mehr als 20 Zigaretten täglich konsumieren, ist von 40,9 % (1992) auf lediglich 18,1 % (2022) gefallen. Das entspricht einem Rückgang um mehr als die Hälfte.

Zitate aus Wissenschaft und öffentlichen Stellen

„Schon das Rauchen einer einzigen Zigarette pro Tag erhöht das Risiko für koronare Herzkrankheiten deutlich – etwa die Hälfte des Risikos im Vergleich zu 20 Zigaretten täglich.“ — Hackshaw, A. et al. (BMJ, 2018)

„Für Erkrankungen wie Lungenkrebs steigt das Gesundheitsrisiko mit dem täglichen Konsum signifikant an.“ — Warren, G.W. et al. (American Society of Clinical Oncology, 2013)

Wichtiger Hinweis:

Risikofaktoren gelten unabhängig davon, ob regelmäßig oder nur gelegentlich geraucht wird – Präventionsbemühungen, schon bei niedrigem Konsum, entfalten einen nachhaltigen gesundheitlichen Effekt.

Hintergrund: Methodik und Messung

Die Erhebung der schweizerischen Gesundheitsbefragung vergleicht alle fünf Jahre das Rauchverhalten der Bevölkerung ab 15 Jahren. Dabei werden Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Pfeifen in sogenannte Zigaretten-Äquivalente umgerechnet: Eine Zigarre entspricht 5 Zigaretten, ein Zigarillo oder eine Pfeife je 2,5.

Datensätze entstehen vor allem durch Selbstauskünfte, ergänzt um strukturierte Interviews mit mehr als 22.000 Teilnehmenden in 2022. Dadurch können Entwicklungen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen verlässlich abgeschätzt werden.

Schauen Sie sich doch einmal eine Übersicht all unserer spannenden Themen an

Hier geht es zur Themenübersicht

Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends
Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends

Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Bildung

Soziodemografische Einflüsse

Verschiedene Gruppen zeigen abweichende Rauchmuster. Im Altersvergleich raucht die jüngste Gruppe (15–19 Jahre) im Mittel am wenigsten, während ein moderater Anstieg bis ins mittlere Erwachsenenalter folgt. Ältere Erwachsene reduzieren häufig ihren Konsum.

Bildungsniveaus wirken signifikant: Wer mindestens ein tertiäres Bildungsniveau erreicht, konsumiert im Schnitt weniger. Der Lebensstil, Gesundheitskompetenzen und sozioökonomische Faktoren spielen hierbei zusammen.

Zwischen Stadt und Land halten sich Unterschiede im Konsum die Waage, wobei ländliche Regionen geringfügig höhere Konsumwerte aufweisen. Auch Nationalität und Sprachraum sind Prädiktoren – Schweizerinnen und Schweizer vs. Nicht-Schweizer, Deutschschweiz vs. Romandie oder Tessin –, wenn auch mit kleiner Spanne.

Verteilung der Konsummuster nach Kategorien

Die Gliederung nach Konsumgruppen lautet laut BFS:

  • 1 bis 9 Zigaretten pro Tag
  • 10 bis 19 Zigaretten pro Tag
  • 20 und mehr Zigaretten pro Tag

Besonders hoch ist das Gewicht der Gruppe, die 1 bis 9 Zigaretten täglich konsumiert – ein Zeichen dafür, dass "Gelegenheitsrauchen" in der Schweiz vergleichsweise verbreitet ist.

Interpretation im internationalen Vergleich

Die Schweiz bewegt sich beim Rückgang des Tabakkonsums im westlichen Vergleich im vorderen Mittelfeld. Die Gesundheitsziele geben eine weitere Senkung des Rauchanteils vor – trotz beachtlicher Fortschritte bleibt der Handlungsbedarf bestehen.

Gesundheitsrisiken und gesellschaftliche Einordnung

Krankheiten durch Tabakkonsum

Tabakkonsum bleibt eine der wichtigsten Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und frühzeitigen Tod. Trotz Rückgang des Konsums sind die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen spürbar. Die Senkung des Konsums führt langfristig zu sinkenden Inzidenzen vermeidbarer Erkrankungen.

Selbst niedriger Konsum verstärkt Risiken: Für koronare Herzkrankheiten demonstriert die Meta-Analyse von Hackshaw et al. (BMJ, 2018), dass schon eine Zigarette täglich ein deutlich erhöhtes Risiko mit sich bringt.

Rauchen im gesellschaftlichen Wandel

Die gesellschaftliche Haltung zu Tabak wandelt sich stetig. Tabakpräventionskampagnen, Rauchverbote im öffentlichen Raum und Preisstrategien zeigen Wirksamkeit. Junge Menschen treten seltener in den Konsum ein, Wechselwirkungen mit neuen Trends wie E-Zigaretten rücken zugleich in den Fokus.

Vorteile & Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Gesundheitsbewusstsein nimmt zu, Konsum geht zurück
  • Präventive Wirkung von Aufklärungskampagnen

Nachteile

  • Rauchrisiken bleiben bei niedrigem Konsum bestehen
  • Soziale Unterschiede in Prävention und Risiko

Checkliste für die Praxis

  • Regelmäßige ärztliche Beratung nutzen
  • Teilnahme an Präventionsprogrammen erwägen
  • Individuelle Konsummuster ehrlich reflektieren
  • Kampagnen zur Rauchentwöhnung wahrnehmen

Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends
Tabakkonsum Schweiz 2022: Zigaretten pro Tag & Trends

Weiterführende Informationen und seriöse Quellen

Die ausführlichen Statistiken finden sich bei der Schweizerischen Gesundheitsbefragung und der MonAM-Plattform des Bundesamts für Gesundheit (BAG). International relevante Studien: BMJ Meta-Analyse zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ASCO Review zum Lungenkrebsrisiko.

Zielgruppen im Blick

Perspektive für 20–40 Jahre

Junge Erwachsene profitieren besonders von Prävention und niedrigeren Einstiegsbarrieren in Nichtraucherprogramme. Das Risiko, dass gelegentliches Rauchen zur täglichen Gewohnheit wird, ist in dieser Gruppe am größten. Der Trend der letzten Jahre zeigt jedoch, dass viele junge Menschen bewusster entscheiden.

Perspektive für 40–60 Jahre

In der Lebensmitte ist das Risiko für tabakassoziierte chronische Erkrankungen am höchsten. In dieser Zielgruppe macht sich die langjährige Belastung bemerkbar. Präventionsangebote und ärztliche Begleitung sind entscheidend, denn eine Entwöhnung ist auch in diesem Alter höchst wirkungsvoll.

Unser Newsletter

Perspektive ab 60

Menschen jenseits der 60 erleben die direktesten gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Dennoch: Ein Rauchstopp verbessert selbst im höheren Alter Gesundheit und Lebensqualität signifikant. Aufklärung und gezielte medizinische Unterstützung helfen, späte Ausstiegsbarrieren abzubauen.

„Jede Maßnahme zur Reduktion des Tabakkonsums trägt unmittelbar zur Senkung der Krankheitslast in der Bevölkerung bei.“

BAG & Obsan (2026): Monitoringbericht Tabakkonsum

Sie möchten mehr zur Rauchprävention oder aktuellen Daten erfahren? Unsere Redaktion und wissenschaftliche Expertinnen unterstützen Sie individuell.

Jetzt Kontakt aufnehmen

Weitere Stichwörter zu diesem Artikel